Fragen und Antworten zu Berlin TXL (Stand: November 2020)

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen. Sollten Sie darüber hinaus etwas wissen wollen, sprechen Sie uns bitte an. Ihre Ansprechpersonen finden Sie hier.

Was passiert auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel?

Auf dem fünf Quadratkilometer großen Areal entstehen:

Berlin TXL – The Urban Tech Republic
Aus den Flughafengebäuden und auf den angrenzenden Flächen entsteht Berlin TXL – The Urban Tech Republic, ein Forschungs- und Industriepark, in dem Technologien für die Stadt von morgen erforscht, entwickelt, produziert, getestet und exportiert werden. Hier treffen Wissenschaft und Forschung auf Industrie und Gewerbe und Start-ups auf Investoren. Für den kuratierten Standort wurden sechs Kernthemen urbaner Technologien definiert:

  • klimaneutrale Energiesysteme und der effiziente Einsatz von Energie
  • umweltschonende Mobilität
  • sauberes Wasser
  • Recycling
  • der Einsatz neuer Materialien für Anwendungen wie nachhaltiges Bauen
  • die vernetzte Steuerung von Systemen

Die Bestandsgebäude haben rund 200.000 m2 Bruttogeschossfläche. Der Campus wird 39 ha umfassen, das Gewerbeband 70 ha und der Industriepark 82 ha. Die Gesamtfläche der Urban Tech Republic umfasst 211 ha.

Nutzer der Urban Tech Republic werden Start-ups, Studierende, Wissenschaftler sowie etablierte Unternehmen sein. Zwei wichtige Ankernutzer stehen bereits fest: die Beuth Hochschule für Technik und die Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie (BFRA).

Bis zu 1.000 Unternehmen können sich hier ansiedeln; bis zu 20.000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Berlin TXL – Schumacher Quartier

Im Osten des Flughafengeländes und ein Stück darüber hinaus entsteht das 48 ha große Schumacher Quartier. Dieses neue Wohnviertel wird über 5.000 Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen bieten – mitsamt den dazugehörigen Einrichtungen wie Schulen, Kitas, Sportanlagen, Einkaufsmöglichkeiten und viel Grün. Das neue Stadtviertel wird das größte Holzbauquartier weltweit sein. 

Als nachhaltiges und sozial gemischtes Areal wird das Schumacher Quartier einen wichtigen Beitrag zur Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsstrategie der deutschen Hauptstadt leisten. In einer Charta haben sich alle beteiligten Partner auf sieben Leitlinien für die Entwicklung des Schumacher Quartiers geeinigt:

•    Urbane Lebensräume
•    Wohnen für alle
•    Stadtgrün und öffentlicher Raum
•    Offene Bildungslandschaft
•    Klimagerechte und wassersensible Stadtentwicklung
•    Quartier mit umweltfreundlicher Mobilitätsgarantie
•    Kommunikation, Partizipation und Transparenz

Natur- und Landschaftsraum
Aus den Trockengrasflächen oberhalb der nördlichen Start- und Landebahn wird ein über 200 ha großer Landschaftsraum, der an die Naherholungslandschaft im Berliner Westen anschließt. Die Planungen laufen.

Wann beginnen die Bauarbeiten?

Wir beginnen nach der Übernahme des Geländes – zwischen Mai und August 2021 – zunächst mit bauvorbereitenden Maßnahmen, etwa der Geländesicherung oder der Einrichtung der Baulogistik. Nach der Beseitigung ggf. vorhandener Altlasten starten dann 2022 die ersten Tiefbaumaßnahmen. Ebenso die Umbau- und Sanierungsarbeiten der Bestandsgebäude in der Urban Tech Republic. Ab 2024 folgt der Hochbau der ersten Wohnhäuser und des Bildungscampus‘ im Schumacher Quartier.

Wann werden die Bauarbeiten abgeschlossen sein?

Wir rechnen mit einem Realisierungszeitraum von ca. 20 bis 30 Jahren.

Der Bildungscampus und die ersten Wohngebäude im Schumacher Quartier werden voraussichtlich bis 2027 fertig sein; die letzten in den 2030er Jahren. Das Baugeschehen in der Urban Tech Republic wird vermutlich weitere zehn Jahre andauern, kann aber – je nach konjunktureller Lage – auch weniger oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Wirklich „fertig“ wird der Forschungs- und Industriestandort nie sein – er wird sich agil entwickeln und sein Gesicht auch stetig wandeln.

Werden die Flughafengebäude verschwinden?

Nein, das wird nicht geschehen. Große Teile des Gebäudebestands stehen unter Denkmalschutz und werden den Kern der künftigen Urban Tech Republic bilden. Das ikonische Gebäudeensemble bleibt Berlin erhalten. Entfernt werden nur nachrangige Bauteile ohne Denkmalschutz, zum Beispiel Container, oberirdische Tanks o.ä. oder Gebäude, die nicht zum historischen Ensemble gehören.

Wie werden Tower und Terminals weitergenutzt?

In den zentralen Terminal A zieht – voraussichtlich 2027 – die Beuth Hochschule für Technik Berlin ein. Die Terminals B und D sind als Start-up- und Konferenzzentren vorgesehen. Ideen für den Tower gibt es zahlreiche – über seine Nachnutzung ist aber noch nicht entschieden.

Terminal C wird zurückgebaut. Dieser provisorische Anbau aus dem Jahr 2007 zählt nicht zum historischen Ensemble und steht auch nicht unter Denkmalschutz.

Wer kann auf dem Areal Grundstücke erwerben? Und zu welchem Preis?

Alle zukünftigen Grundstücke in Berlin TXL stehen Investoren im Rahmen von Erbbaurechtsverträgen zur Verfügung. Damit verbleibt das Eigentum an den Grundstücken beim Land Berlin.

Profilkonforme Unternehmen und Institutionen aus dem Bereich der urbanen Technologien können das Erbbaurecht für Grundstücke in der Urban Tech Republic erwerben. Der Erbbauzins orientiert sich an Art und Maß der zukünftigen Nutzung und den entsprechenden Vorgaben des Landes Berlin – ebenso wie die Laufzeit der Erbbaurechtsverträge.

Die Flächen im Schumacher Quartier gehen zur Hälfte an landeseigene Wohnungsbaugesellschaften. Die andere Hälfte wird, ebenfalls im Rahmen der Vergabe von Erbbaurechten, Wohnungsbaugenossenschaften, Baugruppen und Anbietern für Sonderwohnformen (z.B. Studierendenwohnungen) angeboten. Die ersten Vergabeverfahren starten 2021.

Der Landschaftsraum, der Landschaftspark und der Quartierspark im Schumacher Quartier stehen der Allgemeinheit zur Verfügung. Hier können keine Erbbaurechte erworben werden.

Ab wann kann man etwas mieten? Und zu welchem Preis?

Urban Tech Republic: Erste Flächen in den Bestandsgebäuden des ehemaligen Flughafens können bereits ab 2021 parallel zum Baugeschehen angemietet werden. Einige Gebäude werden vor ihrer langfristigen Weiternutzung noch saniert. Die Mieten orientieren sich bei gewerblicher Vermietung an der jeweiligen Marktsituation. In den entstehenden Gründungs- und Technologiezentren werden förderfähigen Gründungsunternehmen die Flächen zu reduzierten Konditionen zur Verfügung gestellt.

Schumacher Quartier: Die ersten Wohnungen sind voraussichtlich ab 2027 bezugsbereit und werden von den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften vermietet. Der Anteil geförderter Mieten liegt im Quartier bei ca. 40 Prozent.

Bleibt die Busanbindung zum Flughafen bestehen?

  • Die Buslinie 109 wird zur neuen Endhaltestelle Urban Tech Republic geführt, die sich an der bisherigen Zugangskontrollstelle West befindet. Den Linienverlauf zur Haltestelle Urban Tech Republic finden Sie hier.
  • Die Buslinie 128 fährt nur zwischen den Haltestellen U Osloer Straße und U Kurt-Schumacher-Platz, nicht mehr weiter in Richtung des ehemaligen Flughafengebäudes.
  • Die Buslinien TXL und X9 entfallen.
  • Mit der weiteren Entwicklung der Urban Tech Republic und des Schumacher Quartiers ist mit neuen Anbindungen an den ÖPNV zu rechnen. Geprüft wird ein U-Bahnanschluss und eine Straßenbahnanbindung ist geplant.

Mit welchen Beeinträchtigungen ist zu rechnen?

Der ehemalige Flughafen Tegel wird zur Großbaustelle, was auch mit Auswirkungen für die Umgebung bzw. Nachbarschaft verbunden sein wird. Diese möchten wir so klein wie möglich halten und bitten zugleich um Verständnis für die notwendigen Maßnahmen.

Es wird zwei zentrale Baustellen-Zufahrten geben: Eine an der ehemaligen Flughafenzufahrt am Saatwinkler Damm (Süd-Zufahrt) und eine am Kurt-Schumacher-Damm, ungefähr auf Höhe der Hausnummer 125 (Ost-Zufahrt). Hier werden Baufahrzeuge und Laster ein- und ausfahren.

Das Gelände wird von uns nach Kampfmitteln aus dem 2. Weltkrieg abgesucht. Sollte ein „Blindgänger“ entdeckt werden, kann es zu temporären Straßensperrungen und ggf. auch Evakuierungsmaßnahmen im Umfeld kommen.

Die Meteorstraße wird zu einer Stadtstraße mit neuen Geh- und Radwegen, baumbepflanzten Grünstreifen sowie zwei Fahrbahnen in beide Richtungen umgebaut. Auch hier ist mit Einschränkungen während der Bauarbeiten zu rechnen.

Über anstehende Maßnahmen werden wir rechtzeitig informieren.

Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) werden verschiedene Maßnahmen zur Gebietsentwicklung der Umgebung des Flughafens Tegel durchgeführt. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Wie lange bleibt die Bundeswehr noch auf dem Gelände?

Teile der Entwicklungsfläche „TXL Nord“ werden noch voraussichtlich bis 2029 weiter von der Hubschrauberstaffel der Bundeswehr-Flugbereitschaft genutzt. Die Planungen sind hiervon nicht betroffen. Dieser Bauabschnitt wird voraussichtlich erst 2030 in Angriff genommen.

Was kostet die Projektentwicklung und wer bezahlt das alles?

Berlin TXL wird aus verschiedenen öffentlichen und privaten Quellen finanziert: aus Berliner Haushaltsmitteln, Fördergeldern von EU und Bund und der Vermarktung und Vermietung von Flächen. Insgesamt rechnen wir mit Gesamtinvestitionen von etwa acht Milliarden Euro, wobei der Großteil davon private Investitionen sein werden.

Wie kann ich mich mit meinem Unternehmen an der Umsetzung beteiligen?

Die Tegel Projekt GmbH ist ein öffentliches Unternehmen und vergibt die Aufträge im Rahmen von öffentlichen Vergabeverfahren, die je nach Größenordnung auf den vorgeschriebenen Plattformen, beispielsweise auf der Vergabeplattform des Landes Berlin, veröffentlicht werden. Beteiligen Sie sich an unseren Ausschreibungen, wir freuen aus auf die Zusammenarbeit!

Wenn künftig so viele Menschen im Wohnquartier und in der Urban Tech Republic unterwegs sind: Werden dann Straßen, ÖPNV und das Umfeld nicht überlastet sein?

Im Gegenteil: Der Verkehr wird eher geringer und das Umfeld entlastet. Zum Vergleich: Vor dem Einbruch des Flugverkehrs infolge der Corona-Krise waren jeden Tag mehr als 70.000 Menschen zum Flughafen unterwegs – über das Nadelöhr des Flughafen-Zubringers. Zukünftig werden in dem Gebiet bis zu 20.000 Menschen arbeiten und etwa 10.000 Menschen wohnen. Für Berlin TXL wurde außerdem ein innovatives Mobilitätskonzept erarbeitet.

Werden künftig die Mieten in der Nachbarschaft steigen? Ist Gentrifizierung zu befürchten?

Nach der Schließung des Flughafens Tegel können auf dem Gelände selbst und im weiteren Umfeld fast 30.000 Wohnungen gebaut werden, was die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt erheblich entspannt. In Spandau und Reinickendorf gibt es zudem Überlegungen für Milieuschutzgebiete, um den Aufwertungsdruck nach der Schließung des Flughafens gering zu halten. Weiter greifen hier die Instrumente des Bundes (Mietpreisbremse) und des Landes Berlin (Mietendeckel). Für die Umgebung des Flughafenareals wurde außerdem das sog. ISEK (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) „Umfeld Berlin TXL“ erarbeitet. Ziel ist es, die Urban Tech Republic und das Schumacher Quartier möglichst gut mit den bestehenden Stadtvierteln rundherum zu vernetzen.

Ist das Gelände öffentlich zugänglich?

Nicht kurzfristig, mit Beendigung des Flugverkehrs wurde das Gelände gesperrt. Wir werden aber ab 2021 mit einem Infocenter in Gebäude V vor Ort sein, wo Sie sich nicht nur informieren, Ausstellungen besuchen oder an Veranstaltungen teilnehmen können, sondern auch die Möglichkeit haben, Baustellen-Führungen zu buchen. Bevor es soweit ist, besuchen Sie unseren ersten Infopunkt oder unser digitales Infocenter unter www.zukunft-berlintxl.de!

Sofern es die Corona-Situation im Sommer 2021 zulässt, möchten wir im August einen Tag der offenen Tür veranstalten. Dann sollen nicht nur die Gebäude offenstehen, sondern erstmals auch die bislang abgeriegelte Luftseite mit dem Rollfeld sowie den Start- und Landebahnen.

Anschließend wird das Gelände zur Großbaustelle mit entsprechender Sicherung gegen unbefugten Zutritt. Sobald die jeweiligen Bauabschnitte fertiggestellt sind, sind sie dann auch öffentlich zugänglich.

Der weitläufige Landschaftsraum nördlich und westlich der Urban Tech Republic wird nach Kampfmittelberäumungen und Altlastensanierungen sukzessive in den nächsten Jahren für die Allgemeinheit geöffnet. Hierzu werden auch mehrere neue Zugänge geschaffen.

Welche neuen Freizeitangebote wird es geben?

Eine ganze Menge. Abgesehen vom riesigen Landschaftsraum, der frei zugänglich sein wird, ist eine Vielzahl attraktiver Sport- und Bewegungsangebote vorgesehen: Spielplätze, Multisportanlagen sowie Fitness- und Gesundheitspunkte entlang von Laufstrecken. Auf dem Belag der Landebahn und des Taxiways sollen eine Rollerderbybahn, eine Street-Skateanlage, eine Streetball-Anlage, ein Fahrradparcours, ein Parcours- und Calisthenics-Angebot u.v.m. angeboten werden. In den Grünflächen des Parks werden eine Boulder-Anlage, ein Rasenballsportbereich, eine Fläche für Frisbee-Golf sowie ein Outdoor Fitnessbereich geplant.

Alle Sport- und Spielbereiche im Quartiers- und Landschaftspark werden unter Berücksichtigung der Gendervorgaben und so barrierearm wie möglich gestaltet, um ein gemeinsames Spielen zu unterstützen. Im Bereich der Sport- und Spielangebote werden Schattendächer und Sitzangebote, Picknicktische und informelle Tribünen angeordnet, so dass vielfältige Treffpunkte entstehen.

Tegel Projekt GmbH Lietzenburger Straße 107 D-10707 Berlin Telefon: +49 30 5770 47 00 E-Mail: info@berlintxl.de