Essay-Reihe

2. Akt: Die große Vernetzung

Bunte, in einem unterirdischem Schacht verlegte, Kabel. © Quman / Shutterstock

10.08.2018 | Philipp Bouteiller

Warum plötzlich alles anders ist: Die Digitalisierung führt zu einer Phase rapider Innovationen und Marktumwälzungen. In unserer Essay-Reihe blickt Philipp Bouteiller auf die dahinter liegenden Trends und Technologien und beleuchtet, was diese für die Menschen bedeuten. Der zweite Akt dreht sich um beschleunigte Datenübertragung und das Internet als Gamechanger.

Das Internet begann als ein Verbund von militärischen und Hochschulcomputern. Es ging um Forschungsprojekte und die Bereitstellung begrenzter und teurer Rechnerkapazitäten. Sir Tim Berners-Lee, der lange am CERN forschte, wird oft als der Vater des Internets beschrieben. Das war er nicht wirklich, aber sein Beitrag war trotzdem revolutionär.

Sein Verdienst bestand darin, Ende der 1980er-Jahre eine universelle Sprache vorzuschlagen, ein Datenprotokoll, mit dem man erstmalig über die verschiedenen Daten- und Netzwerkinfrastrukturen der verschiedenen nationalen Computernetze hinweg eine zuverlässige Kommunikation aufbauen konnte: Hypertext oder HTTP. Das war die Geburtsstunde des WWW, wie wir es heute kennen. 1994 folgte der erste graphische Browser, Mosaic Netscape, von Marc Andreessen programmiert (heute ein bekannter Venture Capitalist), und das Netz wurde massentauglich.

Heutzutage erfolgt der Zugriff auf das Internet übrigens überwiegend mobil. Mit zunehmender Rechnerkapazität wurden auch die Sende- und Empfangsleistungen in der kabellosen Datenübertragung immer weiter optimiert. Hatten Handys in den 1980er-Jahren noch Aktenkoffergröße, verschwinden sie heute in der Hosentasche.

Schätzungen gehen davon aus, dass wir bis 2020 über 30 Milliarden vernetzte Geräte haben werden.

Smartwatches haben eigene eSIM-Karten, Funkmodule werden immer energieeffizienter, neue Funkprotokolle ermöglichen einem kleinen LoRa Sender das jahrelange Funken kleiner Datenmengen über große Distanzen mit nur einer einzigen kleinen Batterie. RFID Nachfolger wie der 2014 an der Stanford University entwickelte "Ant-Chip" sind passive Funkchips von der Größe einer kleinen Ameise und kosten in der Serienfertigung nur noch wenige Cents.

Wir stehen heute vor der Vernetzung von allem mit allem, überall und jederzeit. Schätzungen gehen davon aus, dass wir bis 2020 über 30 Milliarden vernetzte Geräte haben werden. Da es Dinge sind, die hier vernetzt werden, und nicht mehr Menschen, redet man vom Internet der Dinge (Internet of Things). Die nächste große Revolution steht damit schon direkt vor der Tür. Die Konsequenz? Alles, was sich vernetzen lässt, wird vernetzt.

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