Großer Andrang bei der 10. Standortkonferenz

Das wichtigste Zukunftsprojekt Berlins ist startklar!

© Gerhard Kassner

28.02.2020 | Onlineredaktion Berlin TXL

Auf der 10. Öffentlichen Standortkonferenz am 12. Februar 2020 im Kühlhaus am Gleisdreieck war die Aufbruchstimmung deutlich zu spüren. Mit der Eröffnung des BER am 31. Oktober 2020 nimmt die Nachnutzung des Flughafens Tegel an Fahrt auf. Die Planung steht und es gibt richtig viel zu tun.

Die Aufbruchstimmung zeigte sich auch im großen Publikumsinteresse: Rund 800 Berlinerinnen und Berliner waren gekommen, um sich über den Planungsstand für den Industrie- und Forschungspark „Berlin TXL – The Urban Tech Republic“ und das neue Wohnviertel „Schumacher Quartier“ zu informieren. Sie erlebten ein abwechslungsreiches Programm mit Informations- und Dialogangeboten auf der Bühne und allen Etagen des Kühlhauses. Der Tagesspiegel berichtete hinterher: „Die Atmosphäre dieser 10. Standortkonferenz unterschied sich aber nicht nur durch den großen Publikumsandrang von allen Vorgängern, sondern auch durch die spürbar optimistische Grundstimmung.“

Profi-Talks als Prolog

Als die Profi-Talks um 16:15 Uhr begannen, war das Kühlhaus bereits gut gefüllt. Die Profi-Talk-Vorträge fanden in der Ausstellung zu den Nachnutzungsplanungen statt und wandten sich gezielt an die anwesenden Fachleute. 

Zuerst präsentierte Pia Laube von der Tegel Projekt GmbH die innovative Community-Idee der Urban Tech Republic, die auf Austausch und Zusammenarbeit gründet. Danach berichtete Dr. Frank Nägele, Staatssekretär für Verwaltungs- und Infrastrukturmodernisierung in Berlin, über die Rolle des Senats als „Ermöglicher“ auf dem Weg zur smarten Stadt Berlin. Und Nicolas Novotny von Tegel Projekt GmbH informierte über die Nachnutzung der Bestandsgebäude auf dem Flughafengelände.

Berlins Nordwesten als neuer Hotspot der Hauptstadt

Prof. Dr. Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH, gab zu Beginn die Richtung vor: „Berlin TXL ist das wichtigste Wirtschafts- und Infrastrukturprojekt Berlins für die nächsten 20 Jahre.“  Gemeinsam mit den Nachbarprojekten Siemensstadt 2.0 und Neues Gartenfeld wird Berlin TXL den Berliner Nordwesten zu einem neuen Hotspot der Hauptstadt machen.

Berlin TXL ist das wichtigste Wirtschafts- und Infrastrukturprojekt Berlins für die nächsten 20 Jahre.

Zudem betonte Philipp Bouteiller, dass sich das Projekt Berlin TXL den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellt. Wenn es um Klimawandel, Ressourcenschonung und Bevölkerungswachstum geht, sind Städte das Problem, aber zugleich auch die Lösung – und Berlin TXL versteht sich als ein richtungsweisender Teil dieser Lösung.

Zeitreise für rund 800 Gäste

Für viele im Publikum war der „Zukunftsbummel“ durch das zukünftige Stadtviertel ein Höhepunkt des Konferenzprogramms. Philipp Bouteiller lud Moderatorin Sissy Metzschke zum virtuellen 3D-Rundgang ein, alle waren live dabei und konnten sich ein Bild machen. Der Spaziergang führte über das Flugvorfeld, das zukünftig Teil des Hochschul-Campus sein wird, zum ehemaligen Terminal A. Vor dem Terminal, wo heute noch Autos parken, schauten die beiden Zukunftsbummler jetzt auf einen grünen Park mit See. Und durch das Schumacher Quartier konnten sie ganz in Ruhe spazieren, denn das Viertel ist autofrei, mit viel Grün und städtischer Infrastruktur wie Geschäften, Kitas und Schulen. 

Freiräume, um neue Wege zu gehen

Berlin TXL hat seit Jahren starke Partner an seiner Seite, die sich bereits heute für die Zukunft Berlins und später auch vor Ort engagieren werden. Auf dem sogenannten Marktplatz der Standortkonferenz hatten sie ihre Informationsstände aufgebaut. Moderator Volker Wieprecht machte einen Rundgang und kam mit ihnen ins Gespräch. 

Die Beuth Hochschule eröffnet in Berlin TXL einen neuen Campus und Prof. Dr.-Ing. Werner Ullmann, der neue Präsident der Hochschule, erläuterte die Gründe. Berlin TXL schafft ideale Freiräume für spannende Forschungsprojekte. So kann der Fachbereich Elektromobilität zukünftig im Labor forschen und gleich nebenan auf der Teststrecke die Ergebnisse überprüfen. 

Am Stand gegenüber stellte Dr. Karsten Homrighausen, leitender Branddirektor der Berliner Feuerwehr, die Pläne für den neuen Standort der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienstakademie in TXL vor. Sie soll die Feuerwehr fit machen für die Herausforderungen der Zukunft. Dabei werden Synergieeffekte mit der benachbarten Beuth Hochschule genutzt, um gemeinsam zu lehren und zu forschen. Jörg Franzen, Vorstandsvorsitzender der GESOBAU, unterstrich, dass die Berliner Wohnungsbaugesellschaften als Bauherren innovative Lösungen für das Schumacher Quartier finden werden, die bezahlbare Mietpreise mit klimaneutralen Wohnkonzepten verbinden. Auch Dipl.-Ing. Helmut Grätz, Leiter der Produktentwicklung der BVG, kündigte an, dass die BVG vor Ort die gewohnten Schienen verlassen wird und Neues ausprobiert, um das autofreie Modellquartier mit der Stadt zu verbinden und die Mobilität klimaneutral zu gestalten.

Entdecken, informieren, mitmachen

Die Zeit der Marktplatz-Interviews nutzten viele Besucherinnen und Besucher zu einem Rundgang durch das Kühlhaus. Sie informierten sich in der Ausstellung über den aktuellen Stand der Nachnutzungsplanungen, besuchten die Informationsstände der Partner auf dem Marktplatz und probierten anschließend die Mitmach-Aktionen im 3. OG aus. Dort konnte man virtuell in das neue Stadtviertel im Jahr 2030 reisen, ganz real mit einem innovativen Elektroroller Runden drehen oder Minidrohnen über einen Hindernisparcours steuern.

Außergewöhnlicher Park und einzigartiges Energiekonzept

Das anschließende Live-Magazin setzte mit mehreren kurzen Talks Schlaglichter auf interessante Akteure und Themen rund um Berlin TXL. Viel Resonanz fand das Gespräch mit Prof. Jürgen Weidinger, dem Architekten des Landschafts- und Quartiersparks in Berlin TXL. In Tegel entsteht eine riesige Parklandschaft, die die Tegeler Heide zum Erlebnisraum für Städter macht. Man stelle sich vor: Auf der ehemaligen Landebahn ziehen Skater ihre Bahnen und nebenan weiden Schafe. 

Katharina Mach, Stadtplanerin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, stellte klar, wie einzigartig die Chance sei, die der neue Standort bietet. Dort hätten die Beteiligten den Freiraum, einen Stadtteil mit vielfältiger Nutzung komplett neu zu gestalten.

Danach stellten Dr. Jürgen Handke von E.ON und Andreas Irmer von den Berliner Stadtwerken das Konzept des LowEx-Netzes vor, das Berlin TXL je nach Witterung mit Wärme und Kälte versorgen wird. Das Niedrigtemperaturnetz bietet auch Anliegern die Möglichkeit wieder Energie ins System einzuspeisen. So ist es besonders ressourcensparend und leistet einen Beitrag für eine bessere CO2-Bilanz. Der nächste Talk rückte die Berliner Gründer-Szene ins Licht. Der Start-up-Spezialist Jonas Schorr begrüßte, dass die Urban Tech Republic jungen Start-ups eine echte Heimat bieten wird, in der geniale Ideen viel Zeit, Raum und Unterstützung bekommen werden, um zu wachsen. 

Zum letzten Talk kam Cornelia Bredt, die Marketingleiterin des Wiener Modellquartiers „Seestadt Aspern“, auf die Bühne. Auf die Frage, ob sie aufgrund ihrer Seestadt-Erfahrungen einen guten Rat für Berlin TXL habe, antwortete sie spontan: „Das Wichtigste ist der Mut! Sich nicht abschrecken lassen, wenn alle sagen, geht nicht.“

Holzbau-Modellquartier setzt neue Maßstäbe

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierte Moderator Volker Wieprecht mit Bausenatorin Katrin Lompscher, Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Christian Rickerts, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, und Philipp Bouteiller.  . Dabei fand besonders eine Neuigkeit das rege Interesse des Publikums: Das Schumacher Quartier wird in Holzbauweise errichtet. Die Bausenatorin Katrin Lompscher erläuterte den Grund: „Es ist nicht nur eine ökologische, sondern auch eine sehr behagliche und kann außerdem eine sehr preiswerte Bauweise sein, wenn es gelingt, die Holzbauwirtschaft in Berlin und Brandenburg mit diesem Projekt zu pushen.“ Berlin TXL wird den Holzbau nachhaltig weiterentwickeln und das Schumacher Quartier weltweit zum Modellquartier machen.

Ausklang und Ausblick

Nach der Podiumsdiskussion blieben viele der Besucherinnen und Besucher, um in kleinen Runden die Projektthemen zu vertiefen. Später beim Verlassen des Kühlhauses gab es noch eine Überraschung. Der Gang nach draußen führte durch eine kleine Soundlandschaft des Klangkunstfestivals sonambiente. Der Sound kündigte eine der weltweit größten Klanginstallationen an, welche nach Schließung im alten Flughafengebäude stattfinden soll.

Die 10. Standortkonferenz war übrigens die letzte Standortkonferenz. Für alle, die zukünftig wissen wollen, wie es weitergeht, kündigte die Tegel Projekt GmbH an, dass sie 2021 ein Infocenter am Standort eröffnen wird. Hier können sich Berlinerinnen und Berliner jederzeit über die Fortschritte des Projekts informieren.

Filmischer Rückblick

Rückblick 10. Öffentliche Standortkonferenz

Projektpräsentation und „Zukunftsbummel“

Projektpräsentation und „Zukunftsbummel“ | 10. Öffentliche Standortkonferenz

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